Galgui

l

Eine besondere Geschichte      Galgui

Man kann überlegen, alles bedenken und sicher sein, dass man eine gute und richtige Entscheidung getroffen hat – und plötzlich geschieht etwas, dass alles über den Haufen wirft.

So war das bei Galgui-Tami.

Alle beteiligten 2-Beiner waren der Meinung, Tami’s Zukunft in ihrer neuen Familie wird toll. Ruhige und verständnisvolle Personen und eine offene und freundliche Ersthündin – alle Voraussetzungen erschienen perfekt. Nur Tami, die hatte da ganz eigene Vorstellungen. Bereits in der ersten Nacht in ihrem neuen Zuhause öffnete sie 2 Türen und verschwand. Glücklicherweise brachte die sofort eingeleitete Verteilung der Suchplakate schnellen Erfolg, Tami war im Nachbarort gesichtet worden, aber sie wich den Menschen aus. Glücklicherweise haben die Bewohner des Ortes unsere Appelle verstanden, alle beobachteten, informierten, aber unternahmen keine unsinnigen Jagd- und Einfangversuche. So konnte Tami ortstreu gehalten werden und nach einigen Tagen nahm sie auch die eingerichteten Futterstellen an.

Am ersten Wochenende nach Tami’s Entlaufen, haben sich viele Helfer bereit erklärt vor Ort zu versuchen Tami mit anderen Hunden anzulocken. Einige sahen Tami auch, aber ein Anlocken oder Herankommen lies sie nicht zu. Da sich die Temperaturen nun immer mehr in Gefrierpunktnähe bewegten, waren wir natürlich sehr besorgt und irgendwann kam dann auch die Idee “wenden wir uns an eine Tierkommunikatorin”. Nun mag man daran glauben oder auch nicht, den Versuch wollten wir auf jeden Fall machen und fanden auch zwei vertrauenswürdige Damen, die bereit waren uns zu helfen. Zunächst zögerlich, aber dann doch konkreter wurden uns Informationen übermittelt, die vielleicht für einen kühlen Kopf schwer zu verstehen aber irgendwie auch wieder nachvollziehbar waren.

Wir wollen hier nicht auf alle Einzelheiten eingehen – eine Botschaft kam aber klar rüber “Tami hatte alle unsere Aktionen mitbekommen, war zutiefst verzweifelt, wünschte sich sehnlichst wieder zu ihren bisherigen Freunden zurück, hatte aber kein Zutrauen mehr”. Nun war es an uns, ihr über die Kommunikatorinnen zu vermitteln, dass wir auf ihre Wünsche eingehen wollten und ihr klar zu machen, dass sie sich annähern muss, damit wir ihr helfen können.

Tami’s “Bedingung” war, dass nur ihre Pflegefamilie sie am Abend an einer bestimmten Stelle erwarten sollte. Alles war vorbereitet und nach geraumer Wartezeit, als alle schon kurz vor dem Aufgeben waren – kam Tami. Sie weinte und jaulte, begrüßte die Hündin der Pflegestelle mit Geheul, nahm das angebotene Futter, ging sogar an die Hand ihrer Pflegemama, aber bei jedem Versuch zuzugreifen wich Tami zurück. Sie schaffte es auch nicht in das offene Auto zu springen. Man merkte ihr schon die Verzweiflung an, aber der letzte Schritt fehlte noch. Nach mehr als 6 Stunden musste die Aktion -unter Einschaltung der Kommunikatorinnen- abgebrochen werden, denn bei anhaltenden Minustemperaturen waren Menschen und Hunde am Ende Ihrer Kräfte – körperlich und vor allem auch psychisch.

Es wurde vereinbart, am nächsten Abend einen weiteren Versuch zu starten.

Am Vormittag hatten die Kommunikatorinnen nochmal intensiven Kontakt zu Tami gesucht und diesmal wollten sie das Zusammentreffen begleiten und versuchen direkt Einfluß zu nehmen. Vereinbarter Treffpunkt 17 Uhr – zunächst geschah wieder etwa 1 Stunde lang nichts, dann gab es ein kurzes Telefonat zwischen Pflegestelle und einer Kommunikatorin, die nun noch einmal eine eindeutige Ansage an Tami richten wollte. Kurz darauf erschien Tami und blieb einige Meter vom Auto entfernt stehen. Die Pflegemama stieg aus, öffnete die hintere Tür und liess ihre eigene Hündin raus. Dann gab sie ihrer eigenen Hündin die Anweisung wieder einzusteigen und forderte Tami auf, ebenfalls in den Wagen zu steigen, drehte sich um und ging um das Auto herum. Im Fahrzeug saß der Pflegepapa, der in dem Moment nur dachte “Himmel, warum macht sie die Autotür nicht zu, die Tami ist doch schon drin”. Die Hündin war also in dem Moment ins Auto gesprungen, als ihre Pflegemama ihr den Rücken zugedreht hat.

18.20 Uhr – 13 Tage nach ihrem Entlaufen war Tami wieder in Sicherheit und dann ging es nur noch ab nach Hause. Noch am selben Abend kam die Tierärztin und hat Tami durchgecheckt, ein leichtes Pfeifen auf den Lungen, ein paar kleinere Hautblessuren, einige Kilo Gewichtverlust, dreckig und müde – ansonsten alles soweit ok.

Tja wie gesagt man mag glauben oder nicht …..

Fest steht aber, dass man das, was man versprochen hat, auch halten muss.

Tami’s Adoptivfamilie hatte vollstes Verständnis und zum Wohl der Hündin verzichtet. Gemeinsam mit der Pflegefamilie wurde dann beschlossen, dass Tami nun für immer dort bleiben soll.

Ende gut – alles gut. Ja schon, aber die nervliche Belastung dieser 14 Tagen war für alle fast kaum auszuhalten.

Unser Dank geht an alle an der Suche beteiligten Personen, insbesondere aber an Tami’s Pflegestelle, die wirklich nichts unversucht gelassen hat und unermüdlich im Einsatz war und natürlich an die beiden Tierkommunikatorinnen.

Kategorie: Zuhause gefunden. Bookmark the permalink.

Comments are closed.