Ares

ARES  ist ein bildhübscher Galgobub und zugleich ein großes Sorgenkind.

Geboren wurde er wohl im September 2012, aber ihm war keine glückliche und unbeschwerte Kindheit vergönnt.

Was genau geschehen ist, bleibt Vermutung  –

Am 27.12.2012 erhielten wir eine Anfrage, ob wir ganz kurzfristig einen Pflegeplatz für einen etwa 4 Monate alten Junghund anbieten könnten. Der kleine Zwerg saß als Notfall in einem Tierheim in Süd-Spanien. Man hatte ihn mit Wunden an Hals, Kopf und Hinterbein gefunden. Erste Untersuchungen hatten ergeben, gebrochen ist nichts, aber er muss regelmäßig eine Versorgung der Wunden haben und ist im Tierheim nicht wirklich gut aufgehoben.

Wie der Zufall mitunter so spielt, hatten wir tatsächlich ein Pflegestellenangebot für einen Welpen.
Also alle Telefone auf heiß geschaltet und tatsächlich ARES hatte einen Platz.
Am 30.12. traf er in seiner Pflegestelle ein. Ein niedlicher kleiner Kerl, zwar das Hinterbein dick eingepackt und eine größere Wunde im Halsbereich, aber an sich putzmunter und fröhlich.
In der Pflegestelle zeigte sich dann aber sehr schnell, Ares hatte etwas Schlimmes erlebt und sein fröhliches Wesen verlor sich schnell, wenn der Gassigang anstand.
Dass Ares Autos nicht mochte, hatte sich schon bei der Abholung gezeigt, vorher lustig in der Hundegruppe, veränderte sich sein Verhalten im Auto sofort, während der Fahrt speichelte er sich völlig ein, war unruhig und ängstlich. Und dieses Verhalten zeigt Ares auch bei Spaziergängen, sobald er ein Auto hörte oder sah, fror er ein und bekam das große Zittern.
Es lag also die Vermutung nah, dass Ares eine böse Begegnung mit einem Auto hatte.
Auch bei seinen äußeren Wunden ist es mit einer einfachen Versorgung leider nicht getan.

Die Vorstellung an der Uniklinik in München erbrachte folgende schlimme Diagnosen
– äußerliche Wunde am Hals
– auf einer Seite fehlten fast alle Zähne (zum Glück die Milchzähne)
– und am schlimmsten das Hinterbein, das ohne stützenden Verband kaum Halt hatte, Risse an Sehnen und     Bändern, Verschiebung der Kniescheibe, Verletzungen an den inneren und äußeren Muskeln – auch die Hüfte   ist in Mitleidenschaft gezogen, die Kugel sitzt nicht richtig in der Pfanne.

Die Prognose ist vorsichtig, man wollte aber durch OPs versuchen dem kleinen Mann das Bein zu erhalten.
Ende Februar  war der erste OP Termin, gerichtet wurde der Unterschenkel. Ende März folgt die 2te OP und der Oberschenkel  und die Kniescheibe werden gerichtet, gleichzeitig die falsch im Kiefer liegenden Zähne. Weitere OPs gehen dann erst mal nicht, wegen des Medikamentenrisikos. Dafür beginnt die Physiotherapie,  um den Bewegungsablauf wieder in Gang zu bringen und Muskeln aufzubauen.

Nun sind weitere Monate vergangen und Ares ist jetzt auch ein ganzes Stück gewachsen, leider ist er immer noch sehr schmal und das Zunehmen will nicht so recht klappen, trotz vielfacher Futterumstellungen – der Herr ist sehr mäkelig ;-). Aber der Muskelaufbau funktioniert gut, auch wenn das operierte Bein immer noch deutlich schmaler ist, als das gesunde Bein. Die Physiotherapie ist sehr zufrieden mit ihm. Und im Vergleich zu den Bildern und Videos kurz nach der zweiten OP läuft er wesentlich besser. Mittlerweile bekommt er glücklicherweise keine Schmerzmittel mehr. Wenn er nicht drüber nachdenkt setzt er das Bein auf und nutzt es auch beim Laufen und Spielen. Wenn er steht, zieht er es immer noch hoch aber sowohl Physiotherapeutin als auch Ärzte denken, dass dies nicht aufgrund von Schmerzen passiert, sondern, dass er aufgrund seiner Erfahrung/Erinnerung Angst vor einem möglichen Schmerz hat.

Frech ist er wie Oskar – kein Wunder, er befindet sich nun in der Pubertät und ist natürlich auch ein wenig frustriert, dass er nicht so mit den anderen wild mitspielen darf.

Während seiner OP- und Genesungszeit haben viele Menschen für Ares die Daumen gedrückt und seine Behandlungen auch durch Spenden unterstützt. Wofür wir hier nochmals Allen ganz herzlichen Dank sagen.

Uns ist klar, dass Ares immer ein Hund mit Handicap sein wird, dass er nie so flitzen kann wie andere Windis in seinem Alter. Aber Ares ist ein fröhlicher junger Hund, der sein Leben auch genießen soll und er verdient es, seine eigene Familie zu finden.  

Das Handicap eines Tieres ist in den Köpfen der Menschen und wenn Sie, bei allem was Sie hier gelesen haben, nicht zurückzucken, sondern sich vorstellen könnten ein Leben mit diesem Galgojungen zu verbringen, dann führen wir gerne Gespräche über weitere Einzelheiten zu Ares mit Ihnen.

 

http://www.youtube.com/watch?v=UqrcYfpuI78

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